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Utopie – Digitale Demokraten

Digitale DemokratenWelche politische Kraft entwickelt sich gerade im Netz, welche Bedeutung kommt Bloggern bei der politischen Willensbildung zu? Erlebt des Internet jetzt seinen zweiten politischen Frühling?

Das waren die Fragen denen sich Constanze Kurz (Sprecherin des Chaos Computer Club), André Martens (Vorsitzender der Piraten in Baden-Württemberg) und Mohammad Abazid, Betreiber der Facebookgruppe „Die Syrische Revolution 2011“ auf dem Podium der UTOPIE STATION: Digitale Demokraten des Nationaltheater Mannheim stellten. Utopie – Digitale Demokraten weiterlesen

Eine App für die Tonne

Den Abfallkalender der Abfallwirtschaft Mannheim gibt es seit 1976 in gedruckten Form. Seit 2005 kann er auch online abgerufen werden. 2006 kam dann die Erinnerung an Abfuhrtermine per SMS und E-Mail hinzu. Doch damit nicht genug. 2011 kommt der Service der Abfallwirtschaft nun auch auf die Smartphones.

Mit Abfall-MA gibt es nun die erste offizielle Müll App im Apple Store.

Icon der App der Mannheimer EntsorgungsbetriebeDie kostenlose App begrüßt den Nutzer mit einem schlichten Eingabeformular in das man die gewünschte Straße eingibt. Die eingegebene Adresse wird gespeichert und steht beim nächsten Start der App weiter zur Verfügung. Nach der Bestätigung der Eingabe wechselt die App in die Ansicht der nächsten Leerungen (Biomüll, Gelber Sack, Restmüll und auch Grünabfälle).

In einer weiteren Ansicht kann man in der Listenansicht durch die Abholungen der nächsten Monate scrollen.

Im letzten Screen hat man die Möglichkeit die Straße zu ändern und kann per Klick direkt die Sperrmüll-Hotline kontaktieren um eine Abholung zu vereinbaren.

Die App in Bildern:

Screenshot der Abfall-MA App - anstehende Termine

Screenshot der App Abfall-MA Jahresüberblick

Screenshot der Abfall-MA App mit weiteren Funktionen

Im Vergleich dazu das Internetangebot der Entsorgungsbetriebe:

Screenshot des Online Abfallkalenders - Auswahl der StraßeScreenshot des Online Abfallkalenders - Termine mit LegendeScreenshot Abfallkalender online - ZusatzfunktionenDer Abfallkalender wird auch auf mobilen Browsern gut dargestellt und bietet mehr Funktionen als die iPhone App.

  • Download des Abfallkalenders als PDF Datei mit den Terminen der Problemstoffsammlung, Lage der nächsten Altkleider- und Glascontainer sowie den Öffnungszeiten der Recyclinghöfe
  • Anzeige der Abfuhrtermine nach Kalenderwoche (KW per Dropdown wählbar)
  • Jahresansicht als Liste
  • Download der Termine als iCal Kalenderdatei (kompatibel mit vielen gängigen Kalenderanwendungen)
  • Kostenlose Registrierung für den Erinnerungsservice per Mail und SMS
  • Standorte der Recyclinghöfe und Containerstandorte in Google Maps

Mit der Einrichtung einer „Abfall-App“ liegen wir im Trend der Zeit. Apps erfreuen sich einer wachsenden Beliebtheit. Sie vereinfachen die kleinen Dinge des Alltags und dabei fallen nicht einmal SMS-Gebühren an

Dr. Stefan Klockow Eigenbetriebsleiter Abfallwirtschaft Mannheim.

Der App Check:

Die in der Ankündigung im Bürgerbrief Newsletter der Stadt Mannheim genannte Möglichkeit,  sich von der App an die Termine der Müllabfuhr erinnern zu lassen konnte ich nicht entdecken. Die für Apps mit Erinnerungsfunktion übliche Abfrage für Push-Notifications fehlt und auch in den Systemeinstellungen findet sich kein Hinweis auf eine Benachrichtigungsfunktion der App. In den Einstellungen der App findet sich auch keine Möglichkeit die Handynummer oder E-Mail Adresse für Benachrichtigungen zu hinterlegen. Auch die erwähnte Filterfunktion für die Anzeige bestimmter Abfallarten ist in der App derzeit nicht vorhanden.

Beim Start der App im Fahrstuhl fällt auf, dass die App ohne Zugang zu einem Datennetzwerk nicht funktioniert. Die Eingabe der Straße ist offline nicht möglich. Hier könnte noch nachgebessert werden und bei der Installation eine Instanz der Datenbank mit Straßennamen und Abholungsterminen installiert werden, so dass später nur ein Abgleich mit der den gespeicherten Werten nötig ist.

Im Newsletter wird weiter der Datenschutz als Vorteil der App angepriesen, da der Nutzer anonym bleibt da bei der Anmeldung keine persönlichen Daten oder E-Mail-Adressen abgefragt oder gespeichert werden. Diese Betrachtung des Datenschutzes greift jedoch zu kurz und missachtet den Umstand dass der Nutzer um diese App installieren zu können ein Konto in Apples iTunes Store benötigt für das er sich mit einer E-Mail Adresse und einer Kreditkarte authentifizieren muss. Es stellt sich daher die Frage wem der Nutzer mehr Vertrauen entgegen bringt – einem globalen Konzern wie Apple oder der eigenen Stadt.

„In Kürze werden wir die App noch ergänzen um die Recyclinghöfe der Stadt Mannheim. Auf Wunsch kann sich der Benutzer unter Eingabe seiner Adresse direkt den nächsten Recyclinghof anzeigen lassen,“ so Dr. Klockow im Newsletter weiter.

Fazit:

Es macht den Eindruck, dass hier eine ziemlich unfertige App durch das Apple Bergwerk gepeitscht wurde und es bleibt zu hoffen, dass Herr Dr. Klockow und seine Mitarbeiter der App noch einige Funktionen spendieren um die Existenz der eigenständigen Müll-App zu rechtfertigen. Die wichtigsten Baustellen sind:

  • Push Benachrichtigung für die Abholungstermine
  • Anzeige der Recyclinghöfe und Container in der Maps Anwendung
  • die App verweigert derzeit die Arbeit wenn kein mobiles Datennetz verfügbar ist

[xrr rating=1/5]

Die 21 im Gegenwind

Bis in den Herbst 2010 stand die „21“ für große Zukunftsvisionen, für Bauprojekte die das 21. Jahrhundert prägen werden. Der Inbegriff dieses Hypes ist das Großbauprojekt Stuttgart 21 der deutschen Bahn, durch das Stuttgart zum „neuen Herz Europas“ werden soll. Kein Wunder dass so mancher im Windschatten von „S21“ wie das Stuttgarter Großprojekt auch kurz genannt wird sein eigenes Großprojekt mit der Zauberformel „21“ schmücken wollte. So auch in Mannheim wo zwischen Hauptbahnhof und Rhein ein komplettes Stadtquartierdirektneu entstehen soll. Die Stadt entschied sich für Mannheim21.

Mitgehangen – mitgefangen

Nachdem das strahlenden Bahnprojekt ins Trudeln geriet suchte die Stadt Mannheim nach einem Ausweg aus der „21“-Misere. Darum wurde kurzerhand ein Namenswettbewerb für Mannheim21 ausgelobt. „Es ist Zeit für einen Namen, der dem zukunftsweisenden Projekt gerecht wird“, meinte Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz.

Die „21“ hat als Aushängeschild für Zukunftsvisionen ausgedieht, schließlich entstammt sie dem letzten Jahrtausend und die ersten 10 Jahre des 21. Jahrhunderts sind ja auch schon um, da wird es Zeit erneut in die Zukunft zu blicken – vielleicht leben schon bald die ersten Menschen in Mannheim22.